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Girl´s Day bei Anke Butscher Consult und die Frage, ob Consulting eigentlich eine männerdominierte Branche ist?

Girl´s Day bei Anke Butscher Consult und die Frage, ob Consulting eigentlich eine männerdominierte Branche ist?

Seit 2001 ermöglicht der Girl`s Day es Schülerinnen ab der 5ten Klasse für einen Tag in Berufe herein zu schnuppern, welche Berufsfeldern entstammen, die in unserer Gesellschaft häufig von männlichen Mitarbeitern dominiert sind. 2017 erkundeten rund 100.000 Mädchen Angebote in Technik und Naturwissenschaft oder begegneten weiblichen Vorbildern in Führungspositionen aus Wirtschaft und Politik. Dieses Jahr hat Mathilda Meseke, 12 Jahre, den Alltag bei Butscher Consult einen Tag begleitet und Frau Dr. Anke Butscher dabei aufmerksam über die Schulter geschaut. Die Arbeit bei Anke Butscher Consult erstreckt sich über viele Themenfelder hinweg. Nachhaltigkeit, Business Development, Korruptionsprävention, Corporate Resposibility und Moderation und Dialog. Alles Neuland für Mathilda. Spannende Themen, die für die Zukunft definitiv wichtig sind und stetig an Bedeutung gewinnen. Frau Dr. Anke Butscher fördert auf vielen Wegen die ArbeitnehmerInnen von Morgen und unterstützt insbesondere Frauen auf ihrem Karriereweg. Jungen Frauen und Mädchen mit dem Girl`s Day die Möglichkeit zu bieten, in zukünftige Berufswünsche für einen Tag zu schnuppern, ist ein Anfang Neugier zu wecken, und Perspektive zu schaffen. Gleichberechtigung und gleichberechtigte Partizipation bezogen auf alle Berufsgruppen und Themenfeldern muss noch aktiver gelebt werden. Das Äquivalent zum Girl´s Day ist der Boy´s Day, welcher am gleichen Tag stattfindet. Beim Boy´s Day handelt es sich um einen bundesweiten Aktionstag zur Lebensplanung und Berufsorientierung für Jungen. Dieser wurde jedoch erst 2010 eingeführt. Mathilda hat beim Girl´s Day Gefallen gefunden an der vielseitigen Tätigkeit bei Anke Butscher Consult und nimmt viele bereichernde Eindrücke mit. Begleitet wird dieser Tag im Nachklang von der Frage, in wie fern Consulting als durch ein bestimmtes Geschlecht geprägter Beruf wahrgenommen und gelebt wird.

In wie weit bestimmte Berufsbilder mit einem Geschlecht in Verbindung gebracht werden ist stark gesellschaftlich geprägt. Die Führungsstrukturen im Consulting, besonders bei den großen und international ausgerichteten Beratungshäusern, sind bislang stark männlich geprägt. Der Anteil von Frauen im Consulting fällt, je nach Unternehmensposition, sehr unterschiedlich aus. Im Jahr 2013 betrug der prozentuale Anteil von Junior Beraterinnen bei großen Beratungsgesellschaften 31%, bei mittelgroßen Gesellschaften 28% und bei kleineren Unternehmen 43%, gemäß der BDU-Marktstudie „Facts & Figures zum Beratermarkt 2013/14“. Betrachtet man die Unternehmensleitung verringert sich der Anteil weiblicher Arbeitnehmerinnen. Bei großen Beratungsgesellschaften sind lediglich 4% der MitarbeiterInnen auf dieser Führungsebene weiblich, bei mittelgroßen 15% und bei kleineren immerhin noch 27%. Die Studie zeigt, dass es nicht einfach ist, sich als Frau in einer Führungsposition zu etablieren. In der Tätigkeit des Consulting sind, unabhängig vom Themengebiet, häufig Fähigkeiten gefordert, welchen weibliche MitarbeiterInnen in gleicher Qualität gerecht werden können, wie männliche. Consulting erfordert, sich auf jedes Projekt neu einzulassen, und individuell für den Kunden da zu sein. Themenfelder unterscheiden sich im Consulting stark – sie eint, Kunden auf ihrem Weg eines Projekts oder Prozesses zu begleiten, und bei Herausforderungen, Chancen und Problemen zu unterstützen. Im Consulting ist Fachwissen ebenso von Bedeutung, wie die Vermittlung dieses Wissens und die Struktur, der Aufbau des Consulting-Prozesses. Es kann nicht davon ausgegangen werden, dass ein bestimmtes Geschlecht diesen Anforderungen besser gerecht wird, vielmehr ist die Qualität des Consulting von der individuellen Persönlichkeit der ConsulterInn abhängig.

Über die letzten Jahre hinweg ist ein Wandel in der Gesellschaft bezüglich Geschlechterrollen und Geschlechterbilder zu spüren, dennoch gilt es diesen Fortschritt weiterhin zu verstärken. Girl´s und Boy´s Day machen auf das bestehende Ungleichgewicht zwischen männlichen und weiblichen MitarbeiterInnen in bestimmten Berufsfeldern aufmerksam, unterteilen jedoch Berufe auch wieder in männlich und weiblich geprägte Berufe. Damit erkennen sie eine, in unserer Gesellschaft existierende, Realität an, und versuchen in einem ersten Schritt neue Ausblicke und neue Perspektiven für junge Menschen zu schaffen. Die Aktionstage habe in den letzten Jahren bereits zu einer Verbesserung der Geschlechtergerechtigkeit auf dem Arbeitsmarkt und einer verstärkten Neutralisierung geschlechtsspezifischer Konnotationen bestimmter Berufsbilder beigetragen. Um Chancengleichheit und Gleichberechtigung zwischen Männern und Frauen am Arbeitsmarkt zu schaffen, und Berufen und Rollen die Konnotation (Begleitvorstellung) bezüglich Gender abzusprechen, wäre ein möglicher nächster Schritt einen gemeinsamen, geschlechtsneutralen Zukunftstag einzurichten. Bei der Berufswahl einer emanzipierten Gesellschaft sollte das Geschlecht eines Menschen keine Rolle spielen. Vielmehr sind Fähigkeiten, Begabungen, Ziele, Interesse und Motivation entscheidend.

(Text von Hannah Elisabeth Kurnoth für und mit Anke Butscher Consult)IMG_4304